Neue VDO Instrumente

Ach ja, First-World-Problems… 😉  Der Kilometerzähler in meinem Fahrzeug funktioniert nicht korrekt und geht um den Faktor 1,819 verkehrt. Alles was also auf dem Zählwerk angezeigt wird, muss mit 1,819 multipliziert werden, um den exakten Kilometerstand zu erfahren. Soweit zwar kein Problem, allerdings ist mir bei den Fahrten mit der GPS-App auch aufgefallen, dass der Geschwindigkeitsmesser ebenfalls falsch geht. Nicht viel, ab 90 km/h ca. 10-20 km/h weniger als das GPS, aber nerven tut das schon. Weiterhin kommt noch hinzu, dass das Kombi-Instrument in meinem Fahrzeug von der Innenseite beschlägt. Wie gesagt, alles keine großen Baustellen, trotzdem zeigt das wiedermal, dass der Hersteller wirklich sehr minderwertige Repro-Bauteile verwendet hat.

Das Ganze führt mich nun dahin, mich mit dieser Thematik beschäftigen zu müssen. Es gibt nämlich mehr oder weniger drei Wege die man einschlagen kann. 

  • Der erste Weg wäre sich wieder billige Repro-Teile zu kaufen. Diese sind oftmals „Made in China“ und ich habe da die starke Befürchtung, dass diese Teile in der Funktion nicht unbedingt viel besser laufen, als die jetzigen Instrumente. Weiterhin muss man die Teile auch oft im Ausland bestellen, weshalb auf den günstigen Preis mindestens noch 19% Mehrwertsteuer plus Zoll hinzukommt.  Auf wenn sie neu sind, ist es mit der Gewährleistung dann oft schwierig, da im Ausland gekauft. 

  • Der zweite Weg wäre sich über Kleinanzeigen oder Internetbörsen um originale VDO-Instrumente zu kümmern. Diese sind oft bis ins hohe Alter zu reparieren, vorausgesetzt man kennt jemanden der dies tut / kann. Das Auto wäre dann zudem in einem „originalen“ Zustand. Die Instrumente könnten 1:1 umgebaut werden, vorausgesetzt die Anschlüsse sind identisch zu den jetzigen Instrumenten. Und genau da sehe ich das Risiko. Wenn der Fehler an meinem Tacho nun nicht im Tacho selbst, sondern an der Tachowelle liegt, wird auch sehr wahrscheinlich auf dem neuen Tacho die falsche Geschwindigkeit angezeigt. Ist der original VDO-Tacho darüberhinaus falsch konfiguriert, d. h. ist der Abrollumfang für andere Reifen / Reifengrößen eingestellt, muss man den Tacho zunächst erst entsprechend umbauen lassen, damit er danach dann hoffentlich die korrekte Geschwindigkeit anzeigt. Zu all den vorgenannten Dingen kommt noch hinzu, dass alle drei Instrumente des original Herstellers VDO im entsprechenden Zustand locker über 1.200 Euro kosten. Garantien gibt es hier dann selbstverständlich auch nicht mehr.

  • Die dritte Option wäre Neuteile von VDO zu verwenden. Diese Instrumente werden derzeit in den USA in Kleinserie gefertigt und sehen fast genauso aus, wie die alten original Instrumente aus den 50er Jahren. Fast genau so? Ja, fast deshalb, weil man diese Dinger mit neuer Technik ausstattet. So ist für den Tacho beispielsweise keine Tachowelle mehr nötig, sondern er überträgt die gemessene Geschwindigkeit mittels GPS-Modul an den Tacho. Das GPS-Modul liegt dem Tacho selbstverständlich nicht bei und muss gesondert erworben werden. Gleiches gilt für das Kombi-Instrument. Hier wird der Tankinhalt und die Öltemperatur ebenfalls elektrisch übermittelt, was wiederum einen neuen Öltemperaturfühler und einen neuen Tankgeber erfordert. Letzterer ist nicht zwingend nötig, wenn der bereits verbaute Tankgeber einen entsprechenden elektrischen Widerstand ausweist. Bei meinem Fahrzeug heißt das also sehr wahrscheinlich, dass der auch getauscht werden muss.:-) Der ganze Set kostet ungefähr genau soviel wie die alten VDO-Original-Instrumente, allerdings dann mit zwei Jahre Gewährleistung, da der Set und auch die Einzelteile bereits in diversen deutschen Webshops angeboten werden.

Schwierige Entscheidung… 

Ich habe mich letztendlich für die dritte Option (also die neuen VDOs mit moderner Technik) entschieden. Alleine auch wegen der Gewährleistung. Sollte hier wirklich mal etwas nicht korrekt funktionieren, bekommt man eben Ersatz oder das bezahlte Geld zurück. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war auch die Meinung vom TÜV. Ich möchte natürlich nicht das H-Kennzeichen gefährden. Auf eine über die Webseite des TÜV gestellte technische Anfrage bekam ich gestern Nachmittag einen netten Rückruf. Ein Kilometerzählwerk ist für Oldtimer laut TÜV nicht vorgeschrieben, weshalb es auch nicht schlimm wäre, wenn dort dann ein kleines Display vorhanden ist. Der TÜV-Mitarbeiter hatte auf jeden Fall vollstes Verständnis für die Ersatzteil-Beschaffungs-Problematik und meinte abschließend „Machen Sie das mal mit den neuen Instrumenten.“ Gut, dann mach ich mal. Über den Einbau werde ich hier nach Lieferung berichten 😉

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